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Die simpelste Lösung setzt sich durch

Generation Y. Die Plattform watchado.com gibt Jugendlichen Orientierung in der Berufswelt. Dessen Gründer Ali Mahlodji kooperiert auch mit der ÖHV.

Er ist ein Flüchtling aus dem Iran, hat die Schule abgebrochen und über 40 Mal den Job gewechselt. Betrachtet er seinen eigenen Lebenslauf. Dann sieht er sich selbst als „Fehler im System“. Ali Mahlodji, Gründer der Plattform watchado.com weiß wovon er spricht, wenn er erklären will, wie die „Generation Y“ tickt. Als Generation Y wird diejenige Generation bezeichnet, deren Mitglieder im Zeitraum von 1980 bis 1999 geboren sind, also mehrheitlich nach dem Jahr 2000 zu den Teenagern zählten. Sie zeichnet sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus, da es sich um die erste Generation handelt, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. „Durch das Internet haben wir Zugang zur ganzen Welt. Gleichzeitig wissen wir nicht, wie wir mit dieser Informationsflut umgehen sollen“, merkte Mahlodji kritisch an.

Um Jugendlichen die Orientierung bei der Jobwahl zu erleichtern, hat Mahlodji ein digitales „Handbuch der Lebensgeschichten“ geschaffen. Auf watchado.com beantworten Personen aus allen Berufsgruppen in Videos die sieben gleichen Fragen zu ihrem Leben und ihrem beruflichen Werdegang. Bundespräsident Heinz Fischer, ORF-Anchorman Armin Wolf oder ein Wiener U-Bahnfahrer erklären, was die größte Herausforderung in ihrem Job oder ihr wichtigster Ratschlag ist. Über eine Matching-Funktion können die User ihre Interessen eingeben und erhalten als Ergebnis die Videos von jenen Personen, mit denen sie die größte Übereinstimmung haben.

„Die Idee ist so einfach, das kann doch jeder machen.“ Der Grund, warum Mahlodji viele ein Scheitern prognostiziert haben, ist für ihn heute das Erfolgsrezept. „Derjenige setzt sich durch, der die simpelste Lösung anbietet“, verwies der Start-up Gründer auf Carsharing-Anbieter car2go oder den Musikstreaming-Dienst Spotify. Unternehmen, die nicht nur geschäftlich erfolgreich sein, sondern auch Mitarbeiter aus der Generation Y rekrutieren wollen, rät Mahlodji, zuerst den Fokus auf die Firmenidentität zu legen. „Die grundlegende Frage ist: Wer bin ich selbst?“ Denn: Jeder sei austauschbar, der seine DNA nicht kenne. Motivation durch Emotion!

Die große Herausforderung im Führen von Mitarbeitern liege darin, die Menschen durch Emotion zu motivieren. „Ich muss der Generation Y einen guten Grund geben, warum sie für das Unternehmen arbeiten sollen“, so Mahlodji. Auch die Position des Chefs habe sich verändert. „Ich hole nur Leute in mein Team, die besser sind als ich. Chef-Sein entspricht heute eher der Arbeit eines Coaches von einem Fußballteam, der die Besten an der passenden Position einsetzt. Künftig wird aufwatchado.com auch ein eigener Hotellerie-Chanel abrufbar sein. „In dieser Kooperation mit der ÖHV wollen wir ein authentisches Bild von der Hotellerie vermitteln.“

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Quelle: Wirtschaftsblatt