Was Chefs von Affen lernen können

Die meisten Affen schaffen, was Führungskräfte in Unternehmen immer weniger können: Sind sie einmal in der Chefposition ihrer Affenhorde und haben sich gegen anfängliche Angriffe anderer Affenmännchen durchgesetzt, können sie ihre Führungsposition über Jahre problemlos behaupten. Den Schlüssel für diesen Erfolg, den die Menschen sich von den Affen abschauen könnten, verriet der Hirnforscher Bernd Hufnagl bei dem Vortrag: „Lust an Leistung“ oder „Hirngerechtes Führen in Zeiten des schnellen Wandels“.

„Der Affe bedient gewisse Signale und weiß, wie er Dinge zu kommunizieren hat“, so HufnagI, der diese Eigenschaft als „Präsenz“ definiert. Verknüpft ist diese Präsenz mit dem Sicherheitstrieb. „Der Chefaffe suggeriert, dass sich seine Horde bei Krisen und Angriffen auf ihn verlassen kann.“ Übertragen auf die Führungskräfte im Unternehmen bedeutet das laut dem Mediziner: „Kneifen ist im Leben verboten. Drückt sich ein Chef vor der Verantwortung, ist der Respekt seiner Mitarbeiter weg.“

Um als Führungskraft die notwendige Präsenz auszustrahlen, sollte der Chef eines beherzigen: er muss seinen Mitarbeitern Aufmerksamkeit schenken. „In unserer digitalisierten Welt können immer weniger Menschen ihre Aufmerksamkeit kontrollieren“, meinte der Hirnforscher. Daher ist es notwendig, gegen die eigenen Aufmerksamkeitsstörungen anzukämpfen: Während eines Gesprächs mit einem Mitarbeiter darf ein Chef zum Beispiel nicht mit seinem Handy spielen. Würde ein Affe etwas Vergleichbares tun, er wäre seine Position als Anführer sofort los.

Hufnagl verriet auch die beiden wichtigsten Werkzeuge, die eine Führungskraft besitzen muss: „Das Interesse am Menschen ist die Basis für alles.“ Es sei notwendig, um den anderen wahrzunehmen und zu merken was er benötigt, um sich weiterzuentwickeln. Die schlechte Nachricht dabei: „Empathie kann man nicht lernen“ .Erlernbar ist jedoch die zweite elementare Eigenschaft von Führungskräften. „Vor allem bei Stress neigen wir zu Dramatisierungen. Ein guter Chef kann andere Menschen beruhigen, wenn die Hütte brennt“, erklärte der Hirnforscher. Dazu sei es notwendig, Geschehnisse zu relativieren. „Muss ich einem Patienten die Diagnose Krebs mitteilen, verliert für ihn vieles, womit er sich bisher beschäftigt hat, an Wichtigkeit.“ Auf ähnliche Weise müsse die Relativierung auch im Berufsleben gelingen. Um ideale Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter zu schaffen, sollten Chefs laut Hufnagl lediglich drei Dinge beachten:

1. Die Mitarbeiter müssen verstehen, worum es geht.

2. Es ist notwendig, dass sie das Gefühl haben. sich beteiligen zu können und

3. die Aufgaben, die an sie gestellt werden, müssen bewältigbar sein.

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Quelle: Wirtschaftsblatt

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